Der neue Internet Explorer 9 ist da
15.09.2010
Mit dem neuen Browser will Microsoft seine Spitzenposition auf dem Browsermarkt ausbauen und sich mit eigenen Innovationen gegen die starke Konkurrenz durchsetzen. Der Softwaregigant wirbt damit, dass der neue Browser bis zu 5 Mal schneller ist als die Konkurrenz.
Die Geschwindigkeitssteigerung soll dabei durch vollständige Hardwarebeschleunigung realisiert werden. Das Entwicklerteam behauptete im eigenen Blog (http://blogs.msdn.com/b/ie/), dass der Internet Explorer 9 der einzige Browser sei, der eine vollständige Hardwarebeschleunigung für alle Inhalte unterstützt. Damit soll die Grafikeinheit durch Microsofts Browser in allen Bereichen - Bilder, Text, Hintergründe, HTML5-Videos - unterstützt werden und dadurch ein schnellerer Aufbau der Seite ermöglicht werden. Die vollständige Hardwarebeschleunigung soll dabei über drei verschiedene Säulen realisiert werden: Aufbau der üblichen HTML-Elemente, Aufbau grafikintensiver Inhalte und abschließend Aufbau der Webseite auf dem Bildschirm. Andere Browser sollen die Hardwarebeschleunigung nur in bestimmten Bereichen beherrschen.
Ein weiterer Vorteil, den Microsoft haben soll, ist der Fakt, dass sich der Internet Explorer auf die Windows-Systeme spezialisiert, während mit der Plattform-Unabhängigkeit der anderen Produkte ein Verlust an Effektivität einhergeht. Aber gerade das macht die Alternativen so attraktiv.
Dass Microsoft der einzige Anbieter sein soll, der alle drei Säulen der Hardwarebeschleunigung realisiert, scheint wohl eher eine Vermarktungsstrategie zu sein. Sowohl Google Chrome also auch Mozilla Firefox setzen auf Hardwarebeschleunigung. Zudem sei Microsofts Behauptung, den einzigen Browser zu bieten, der alle drei Säulen der Hardwarebeschleunigung beherrscht, falsch. Der neue Firefox 4 soll diese auch beherrschen. Welcher nun der schnellste Browser ist, wird sich wohl erst zeigen. Fakt ist jedoch, dass jeder Browser seine bestimmten Vor- und Nachteile hat.
Der Internet Explorer hat in den letzten Jahren Marktanteile verloren. Sein aktueller Anteil liegt laut http://www.webmasterpro.de/portal/webanalyse-aktuell.html bei 37 %, während Firefox einen Anteil von ca. 50% für sich beansprucht.
Update vom 16.09.2010
Hardwarebschleunigung funktioniert nicht unter Windows XP
Glaubt man einem Artikel von Winfuture bit.ly/a7aw3c, ist der Browser insgesamt minimalistischer in der Optik geworden, was aber nicht heißt, dass es an Funktionen mangelt. Die wichtigen Bedienelemente sind im Menü versteckt, die Adressleiste dient auch gleichzeitig als Suchleiste. Dadurch steht dem wirklichen Inhalt der Webseite mehr Platz zur Verfügung, so wie man es auch schon von Google Chrome kennt. Außerdem sind nützliche Neuerungen dazu gekommen. So soll es die Möglichkeit geben, nicht genutzte Add-Ons abzuschalten und dadurch an Effizienz zu gewinnen. Ebenfalls neu ist die Möglichkeit, Tabs beliebig zu verschieben.
Was den neuen Internet Explorer ausmachen soll, ist seine Hardwarebeschleunigung. Allerdings können laut pressetext.de (http://bit.ly/crO6hb) viele User von dieser neuen Hardwarebeschleunigung gar nicht profitieren. Interessant wäre der Browser für Nutzer von Windows Vista, Server 2008 und 7. Windows XP wird nicht unterstützt, weil dem Betriebssystem das DirectX 10.1 fehlt, welches Voraussetzung für die Hardwarebeschleunigung des IE9 ist. Statistisch gesehen kann also mehr als die Hälfte aller Internetnutzer damit gar nichts anfangen (siehe Betriebssystem-Statistik bit.ly/bk5M3i).


