Elektronische Vergabe von Bauleistungen in Berlin

25.02.2005

Als zweites deutsches Bundesland ermöglicht Berlin seit dem 1. Februar 2005 die elektronische Vergabe (eVergabe) von Bauleistungen innerhalb der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung.

Die Bundeshauptstadt übernimmt damit neben Bayern eine Vorreiterrolle in der Einführung der Online-Vergabe und setzt damit einen wichtigen Meilenstein in Sachen e-Government und Modernisierung der Verwaltung.

 

Beabsichtigt ist, dass das Angebot in 2005 für Baufirmen auf alle beschränkten und öffentlichen Ausschreibungen sowie auf die EU-weiten Verfahren der Abteilung Hochbau ausgeweitet wird. Die Bauämter der Bezirke und andere Baudienststellen des Landes Berlin werden sich dem Verfahren anschließen.

 

Mit der eVergabe werden verschiedene Kernziele verfolgt. Zum einen führt der Weg zu mehr Transparenz und Verfahrenssicherheit bei der öffentlichen Auftragsvergabe, zum anderen gibt sie dem Wettbewerb neue Impulse und eröffnet günstigere Geschäftsprozesse sowohl bei den Unternehmen als auch bei der öffentlichen Verwaltung.

 

Vor allem kleineren und mittleren Betrieben wird dadurch ermöglicht, mit deutlich reduziertem Aufwand an öffentlichen und privaten Ausschreibungen teilzunehmen. Für sie ergeben sich eine Reihe von Vorteilen, z.B. kostenfreie Recherche öffentlicher Ausschreibungen, gebührenfreier Download der Vergabeunterlagen sowie kostenfreies Bieterprogramm zum Ausfüllen der Leistungsverzeichnisse im GAEB-Standard. Die Anwendung selbst ist ausgesprochen einfach und verringert durch Vollständigkeits- und Plausibilitätsprüfungen erheblich das Risiko wegen formaler Fehler ausgeschlossen zu werden.

 

Interessierte Unternehmen können sich ganz einfach unter www.vergabe.berlin.de registrieren und erhalten per Benutzername und Passwort einen kostenlosen Zugang zur Plattform. Dort können sie sich online um die Teilnahme an öffentlichen Ausschreibungen bewerben und die Vergabeunterlagen nach Aufforderung in digitaler Form herunterladen und schließlich wie gewohnt auf dem Postwege versenden. Die technischen Anforderungen sind denkbar einfach: Ein Standard-PC mit Internetzugang reicht aus, um das neue Verfahren zu nutzen.

 

Für die digitale Angebotsabgabe über die Vergabeplattform benötigen die Bieter eine Signaturkarte und ein Kartenlesegerät. Das verbindliche Angebot wird mit Hilfe einer Chipkarte digital signiert und verschlüsselt, bevor es per Internet an die Vergabeplattform übertragen und dort zum Submissionstermin geöffnet wird. Nach erfolgreicher Übertragung des verschlüsselten Angebotes erstellt die Vergabeplattform eine rechtsverbindliche Quittung mit einem Zeitstempel.

 

Diese unkomplizierte Handhabe mindert Zugangsbarrieren und schafft Akzeptanz bei den Bietern. Allein im Rahmen der Pilotanwendung lag die Beteiligung der Baufirmen bei rund 30%. Tendenz steigend. Für all diejenigen, die dem Vergabeverfahren via Internet jedoch noch skeptisch gegenüberstehen, bleibt selbstverständlich innerhalb der Einführungsphase der herkömmliche, papierbasierte Weg offen. Klar ist aber auch, dass die Zukunft der modernen Verwaltung in der elektronischen Verarbeitung von Daten liegt und sich infolgedessen die eVergabe innerhalb der nächsten Jahre als Standard etablieren wird. Wer jetzt der neuen Technologie offen gegenübertritt, wird schon bald von dem Nutzen des Systems profitieren können.

 

Von: eCOMM

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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