Schon wieder neue Vorwürfe gegen Facebook

19.07.2010

Bundesverbraucherschutzministerin Ilse Aigner nennt Facebook "Einwohnermeldeamt für die ganze Welt".

Die populärste Online-Community Facebook ist wieder ins Viseur der Datenschutzexperten geraten. Diesmal sind die Vorwürfe noch skandaler: Laut Bundeverbraucherschutzministerin Ilse Aigner (CSU) soll sich das Unternehmen Daten von Menschen besorgen, die das Netzwerk gar nicht nutzten. So sei Facebook zu einem "Einwohnermeldeamt für die ganze Welt" geworden, sagte die CSU-Politikerin vor heise.de. Sie habe ein Problem damit, wenn ein Teil der Gewinne des Unternehmens "auf der Verletzung bestehender Gesetze beruht".

Nach Informationen der Ministerin ließ die Firma eine Software entwickeln, um Kontaktdaten von iPhones-Mobiltelefonen direkt auf Facebook zu übertragen. Als Folge dieses Datenabgleichs beispielsweise ihrer engsten Mitarbeiter könne es dazu kommen, dass ihre geheime Handynummer samt Mail-Adresse bei Facebook landet, ohne dass sie davon erfährt. Ärzte, Psychologen und Anwälte hätten sich gemeldet, die über diesen Datenabgleich bestürzt seien. Ein Psychotherapeut habe berichtet, dass seine Patienten Listen von Freundschaftsvorschlägen bekämen, auf denen auch die Namen weiterer Patienten auftauchten.

Die Ministerin äußerte zurecht die Meinung, dass "wer bei wem in Therapie ist, keine Information für die Öffentlichkeit ist". Sie erwartet von dem sozialen Netzwerk, dass keine Telefondaten von Personen gespeichert werden, die Facebook selbst nicht nutzen. Wegen der Datenschutz-Verstöße hat Aigner vor kurzem nach einem Gespräch mit Facebook-Manager Richard Allen ihre Mitgliedschaft bei Facebook beendet.

Von: http://www.heise.de

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