Start von Handy-TV beschlossen

11.12.2006

Länder, Rundfunkanstalten, Aufsichtsbehörden und Mobilfunkbetreiber haben sich auf die Vergabe von Frequenzen für das Handy-TV in Deutschland geeinigt. Das bestätigte die Hamburger Wirtschaftsbehörde.

Politik und Wirtschaft einigten sich dabei auf ein bundesweit einheitliches Programmangebot, vermutlich auf Basis des Übertragungsstandards DVB-H. Damit rückt der Start des Handyfernsehens Ende 2007 in greifbare Nähe - rechtzeitig zum Weihnachtsgeschäft.

Handy-TV ist für die Netzbetreiber ein wichtiger Hoffnungsträger. Das Angebot soll dem derzeit stagnierenden Mobilfunkmarkt von 2008 an zu neuen Wachstum verhelfen. Bereits im Juni hatte eine europäische Wellenkonferenz in Genf den groben Rahmen für die Frequenzvergabe vorgegeben. Ein anschließender Versuch der Bundesnetzagentur, die verfügbaren Kanäle aufzuteilen, blieb hingegen erfolglos.

Präferiert wird für das bundesweite Angebot der Übertraggungsstandard DVB-H, eine mobile Variante des terrestrischen Digitalfunks DVB-T. Dieser arbeite besonders frequenzsparend, erklärten Beteiligte. Dieser tritt damit in Konkurrenz zu DMB-Standard, über den der Kölner Anbieter MFD heute bereits vier Programme ausstrahlt.

Programme müssen noch ausgewählt werden

Unklar ist noch, welche TV-Programme ausgestrahlt werden. Dieses können die Landesmedienanstalten vorgeben: Die Länder besitzen die Rundfunkhoheit. Sie prüfen derzeit, eine zentrale Stelle für die Auswahl einzurichten. Diskutiert wird, den Mobilfunkern einige Programme einheitlich vorzuschreiben, ihnen aber ausreichend Raum für Wettbewerb zu lassen. Eine Entscheidung soll bis Ende März fallen.

Verhindern kann den raschen Start des Handy-TV noch das Kartellamt. Die Behörde prüft derzeit, ob die Mobilfunkanbieter die Sendetechnik gemeinsam betreiben dürfen. Die Gefahr fehlenden Wettbewerbs spräche dagegen. Die Wirtschaftsministerien verwiesen hingegen auf den Frequenzmangel, der einen gemeinsamen Betrieb notwendig mache.

Von: eCOMM / FTD

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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