Web 2.0 für Investor Relations Büchse der Pandora
15.09.2010
Die Nutzung von sozialen Netzwerken und interaktiven Kommunikationsdiensten im Web-2.0-Zeitalter bedeutet für IR-Abteilungen in Unternehmen nicht nur Chancen, sondern ist in erster Linie eine große Herausforderung. "Um Facebook, Twitter und Co effizient zu nutzen, müssen IR-Manager zuallererst verstehen, wie die Communitys dahinter funktionieren", erläutert Thomas Rosenmayr, Geschäftsführer von Nexxar nexxar.com, im Gespräch mit pressetext.
Mut zu Social Media
Im Rahmen der diesjährigen Jahreskonferenz des Cercle Investor Relations Austria (C.I.R.A.) cira.at raten Branchenbeobachter zum mutigen Umgang mit neuen Web-Medien. "Viele Unternehmen haben verständlicherweise einen gewissen Kontrollverlust. Denn die Adressaten von IR-Mitteilungen sind im Zuge der Social-Media-Nutzung nicht länger einzuschränken", sagt Kay Bommer, Chef des Deutschen Investor Relations Verbandes (DIRK) dirk.org.
Bevor sich Unternehmen überstürzt auf Communitys wie Facebook, Twitter, Xing, LinkedIn, YouTube oder anderen Posting- und Bloggingseiten präsentieren, sollten sie einiges beachten. "IR-Abteilungen müssen sich die Frage stellen, welches der vielen Netzwerke tatsächlich eine Effizienzsteigerung bringt. Auch sollten sich Unternehmen darüber im Klaren sein, dass Web 2.0 keine Einbahnstraße ist", erläutert der DIRK-Geschäftsführer auf Anfrage von pressetext.
Zuhören, überwachen, mitteilen
Vor der Entscheidung zu aktiver Nutzung neuer Medien im Internet tun IR- und PR-Manager gut daran, zuerst zuzuhören. Laut Bommer bedeutet das, Web-2.0-Medien nach Nachrichten über das eigene Unternehmen zu screenen und hierbei Meinungsführer ausfindig zu machen. Auch Infos darüber, wie die Konkurrenz kommuniziert, sind aufschlussreich. Erst im zweiten Schritt darf überwacht werden. Gegenmaßnahmen sind zielgerichtet zu überlegen.
"Nachdem Unternehmen die Hausaufgaben der Medienbeobachtung erfüllt haben, dürfen sie den Weg des Mitteilens beschreiten", empfiehlt Bommer. Inhalte, die intern erstellt werden, entfalten dann einfach, schnell und preiswert über Social Media einen Zusatznutzen. Denn sie werden schließlich einer breiteren Zielgruppe zur Verfügung gestellt. Auch das direkte Teilen von Pressemitteilungen mit anderen Nutzern erweist sich als äußerst praktikabel, so Bommer.
"Web-2.0-Nutzung verlangt IR-Managern proaktive Kommunikation mit unterschiedlichsten Nutzergruppen ab. Nur wer für Fragen rund um die Uhr erreichbar ist sowie Anregungen von außen annimmt und umsetzt, wird mit Social Media langfristig punkten", so Rosenmayr. Über die Folgen der einmal geöffneten "Büchse der Pandora" sollten sich Unternehmen daher im Voraus bewusst sein - und das, obwohl Social Media lediglich als Ergänzung zu sehen ist.

