Studie: Barrierefreiheit bei den Internetauftritten mittelständischer Betriebe nur unzureichend

16.01.2006

Heilbronn, 12. Januar 2006 – Mittelständische Betriebe schöpfen das wirtschaftliche Potenzial barrierefreier Technologien bei der Programmierung ihrer Internetseiten nur unzureichend aus.

Die Mehrzahl der Unternehmen gestaltet ihre Online-Angebote so, dass die Nutzung für blinde, sehbehinderte und ältere Menschen sowie für User, die unterwegs mit ihrem Smartphone, Personal Digital Assistant oder Notebook im Web surfen, erheblich erschwert oder sogar gänzlich verhindert wird. Bilder und Grafiken ohne erläuternde Alternativtexte, verwirrende Seitenstrukturen und Navigationshilfen und unleserlich kleine und kontrastarme Schriften – das sind die häufigsten Barrieren, unter denen Menschen mit Handicap leiden. Dies ist das Ergebnis einer Studie, die die Heilbronner Multimedia-Agentur INDECA im Mittelstand durchgeführt hat.

Untersucht wurden die Webauftritte von 116 mittelständischen Betrieben. Als Basis der Studie dienten die international etablierte Zugänglichkeitsrichtlinie für Web-Inhalte der Web Accessibility Initiative (WAI) und die Barrierefreie Informationstechnik-Verordnung (BITV). Insgesamt erhalten drei Viertel (75 Prozent) der untersuchten Internetseiten die Note „schlecht zugänglich“. Gerade einmal eine von zwanzig untersuchten Webseiten ist „gut“ (3 Prozent) oder „sehr gut“ (1 Prozent) nutzbar. Ein verheerendes Zeugnis stellt die Studie den Web-Designern aus: Bei neun von zehn Online-Angeboten (91 Prozent)

werden die Programmiersprachen nicht normgerecht ausgeführt.

Drei Viertel aller getesteten Webseiten sind „schlecht zugänglich“ (75 Prozent), ein Fünftel der Internetseiten ist der Studie zufolge „eingeschränkt zugänglich“ (22 Prozent), nicht einmal ein von zwanzig Online-Angeboten „gut zugänglich“ (3 Prozent). Und nur eine der insgesamt 116 untersuchten Webseiten kann nach den Kriterien der international etablierten Zugänglichkeitsrichtlinie für Web-Inhalte der Web Accessibility Initiative (WAI) als „sehr gut zugänglich“ eingestuft werden. Immerhin, es gibt auch Ausnahmen: Die Webseite des Spitzenreiters kommt auf 99 von 100 möglichen Punkten. Zum Vergleich:

das Schlusslicht bringt es gerade einmal auf einen Gesamtwert von 37 Punkten.

Von: eCOMM

Gefördert durch: Bundesministerium für Wirtschaft und Energie
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